Pflegestelle beenden – wenn der Pflegehund nicht bleiben kann
Manchmal muss eine Pflegestelle enden, bevor der Hund vermittelt ist
Das kann unterschiedliche Gründe haben.
Zum Beispiel:
Krankheit,
Veränderungen im Beruf oder in der Familie,
Konflikte mit vorhandenen Tieren,
gesundheitliche Einschränkungen der Pflegestelle,
erhebliche Verhaltensprobleme,
eine dauerhaft nicht tragfähige Betreuungssituation,
oder andere Veränderungen, die vorher nicht absehbar waren.
Eine Pflegestelle zu beenden ist keine Entscheidung, die leichtfertig getroffen werden sollte.
Aber es muss möglich sein, darüber zu sprechen.
Der erste Ansprechpartner ist der Verein
Wenn du absehen kannst, dass die Betreuung nicht weiter möglich sein wird, informiere den Verein möglichst früh. Je mehr Zeit vorhanden ist, desto eher kann geprüft werden, welche Lösung möglich ist und wie ein geordneter Übergang aussehen kann.
Der verantwortliche Verein sollte die weitere Unterbringung koordinieren oder das Vorgehen verbindlich mit der Pflegestelle abstimmen. Die Pflegestelle informiert den Verein möglichst früh und stellt die Informationen bereit, die für eine sichere Weiterbetreuung und Übergabe benötigt werden.
Welche Fristen oder weiteren Pflichten bei einer Beendigung gelten, lässt sich nicht allgemein beantworten. Das hängt unter anderem von der konkreten Vereinbarung und der jeweiligen Situation ab.
Ein Pflegehund sollte nicht eigenständig an Dritte weitergegeben werden, ohne dass dies mit dem verantwortlichen Verein abgestimmt ist.
Wenn die Situation akut ist
Manche Situationen lassen Planung zu. Andere nicht.
Wenn Menschen oder Tiere unmittelbar gefährdet sind, hat die Sicherung der Situation Vorrang. Schaffe, soweit das gefahrlos möglich ist, räumlichen Abstand beziehungsweise eine sichere Trennung und bringe dich nicht selbst in Gefahr.
Je nach Art der Gefährdung müssen unverzüglich geeignete Fach- oder Notfallstellen eingeschaltet werden. Der betreuende Verein sollte parallel beziehungsweise so schnell wie möglich informiert werden. Notwendige Sofortmaßnahmen dürfen nicht dadurch verzögert werden, dass zunächst auf eine Rückmeldung des Vereins gewartet wird.
Wenn du einfach erschöpft bist
Nicht jede Beendigungsabsicht bedeutet automatisch, dass tatsächlich sofort eine Verlegung notwendig ist.
Manchmal steckt eine konkrete Belastung dahinter, die sich möglicherweise verändern lässt.
Deshalb kann vor einer endgültigen Entscheidung hilfreich sein zu klären:
Was genau macht die Situation untragbar?
Seit wann besteht das Problem?
Welche Unterstützung wurde bereits versucht?
Was müsste sich ändern, damit die Betreuung wieder möglich wäre?
Ist diese Veränderung realistisch?
Du musst keine unbegrenzte Zusage gegeben haben
Vielleicht war von Anfang an vereinbart, dass du nur für einen bestimmten Zeitraum übernehmen kannst. Dann ist es wichtig, den Verein rechtzeitig an diese Grenze zu erinnern. Eine zeitlich begrenzte Pflegestelle ist nicht weniger wertvoll, wenn diese Begrenzung von Anfang an offen kommuniziert wurde.
Der Hund braucht einen geordneten Übergang
Wenn eine andere Pflegestelle gefunden wird, können Informationen helfen:
Tagesablauf,
Futter,
Medikamente,
gesundheitliche Besonderheiten,
Verhalten im Haus,
Verhalten draußen,
Ängste,
Umgang mit anderen Tieren,
Sicherung,
Schlaf- und Ruheverhalten,
bisherige Entwicklungen.
Sachliche Informationen erleichtern der nächsten Stelle den Einstieg.
Schuld hilft bei der Organisation wenig
Eine Pflegestelle kann sich emotional sehr verantwortlich fühlen. Trotzdem kann eine Situation objektiv nicht mehr tragfähig sein. Dann ist es sinnvoller, frühzeitig an einer vernünftigen Lösung zu arbeiten, als aus Schuldgefühl so lange weiterzumachen, bis die Lage eskaliert.
Was vor der nächsten Pflegestelle gelernt werden kann
Eine beendete Pflegestelle kann Informationen liefern.
Vielleicht wurde sichtbar:
welche Hunde gut zu deinem Alltag passen,
welche Anforderungen zu hoch waren,
welche Unterstützung dir gefehlt hat,
welche Fragen du beim nächsten Mal früher stellen möchtest,
oder dass eine Pflegestelle aktuell grundsätzlich nicht in dein Leben passt.
Auch das ist wertvolles Wissen.
Verantwortung bedeutet nicht, dass alles um jeden Preis funktionieren muss
Pflegestellenarbeit braucht Verlässlichkeit. Sie braucht aber ebenso realistische Grenzen.
Eine schwierige Situation rechtzeitig anzusprechen und geordnet zu lösen kann verantwortungsvoller sein, als sie aus Angst vor Bewertung immer weiterlaufen zu lassen.
