
Der Pflegehund ist nicht stubenrein
Wenn nach dem Einzug etwas daneben geht
Ein Pflegehund kann bereits zuverlässig stubenrein sein. Er kann aber ebenso in der neuen Umgebung zunächst Urin oder Kot im Haus absetzen. Das bedeutet nicht automatisch, dass er „nie gelernt hat, stubenrein zu sein“. Stress, Unsicherheit, ein unbekannter Tagesablauf oder gesundheitliche Ursachen können ebenfalls eine Rolle spielen.
Eine neue Umgebung verändert auch bekannte Abläufe
Vielleicht hat der Hund bisher:
in einem Haus mit Garten gelebt,
andere Gassizeiten gekannt,
sich auf einem bestimmten Untergrund gelöst,
in einem Tierheim oder Zwinger gelebt,
oder war während eines Transports lange unterwegs.
Was vorher funktioniert hat, muss deshalb nicht vom ersten Tag an problemlos auf das neue Zuhause übertragbar sein.
Häufig genug Gelegenheit geben
Gerade am Anfang solltest du nicht davon ausgehen, dass der Hund zuverlässig zeigt, wann er hinausmuss. Regelmäßige Möglichkeiten, sich zu lösen, können helfen. Wann und wie häufig das notwendig ist, hängt vom Hund, Alter, Gesundheitszustand und Tagesablauf ab.
Nicht bestrafen
Wenn ein Missgeschick passiert ist, versteht der Hund eine spätere Bestrafung nicht als Erklärung dafür, was er stattdessen hätte tun sollen. Schimpfen kann außerdem zusätzlichen Stress erzeugen. Praktischer ist:
sauber machen, beobachten und überlegen, ob der Ablauf angepasst werden muss.
Wann passiert es?
Hilfreiche Beobachtungen können sein:
direkt nach dem Schlafen?
nach dem Fressen?
nach Aufregung?
nachts?
immer an derselben Stelle?
nur wenn Menschen weg sind?
direkt nach einem erfolglosen Aufenthalt draußen?
Solche Muster können für die weitere Einordnung wichtig sein.
Nicht alles ist ein Stubenreinheitsproblem
Sehr häufiges Urinieren, Schmerzen beim Urinieren, auffälliger Durst oder Blut im Urin sollten nicht einfach als mangelnde Stubenreinheit behandelt werden. Solche Auffälligkeiten sollten zeitnah tierärztlich abgeklärt werden; der betreuende Verein sollte parallel informiert werden.
Versucht der Hund wiederholt zu urinieren, presst dabei stark und setzt keinen oder nur wenige Tropfen Urin ab, braucht er unverzüglich tierärztliche Hilfe.
Auch Durchfall oder andere Magen-Darm-Probleme können dazu führen, dass ein Hund Kot nicht ausreichend lange halten kann. Dann sollte nicht nur die Stubenreinheit betrachtet werden. Ebenso wichtig ist die Frage, ob hinter der Auffälligkeit eine körperliche Ursache steckt.
Unsichere Hunde können draußen Schwierigkeiten haben
Ein Hund kann durchaus verstanden haben, dass er sich draußen lösen soll – und trotzdem draußen so angespannt sein, dass es ihm zunächst kaum gelingt. Dann passiert es möglicherweise erst wieder in der vermeintlich sicheren Wohnung. Auch hier helfen Druck und Ärger wenig. Das eigentliche Thema kann dann eher die Unsicherheit draußen sein.
Ein Missgeschick sagt wenig über den Hund aus
Die ersten Tage sind eine Übergangssituation. Ein einzelner Vorfall oder auch mehrere Missgeschicke bedeuten nicht, dass später dauerhaft ein Problem bestehen wird. Beobachte den Hund, schaffe möglichst verständliche Abläufe und kläre gesundheitliche Auffälligkeiten ab.
Stubenreinheit ist kein Charaktertest.