
Der Pflegehund hat nach dem Einzug Durchfall
Neuer Hund, neue Umgebung – und plötzlich stimmt die Verdauung nicht
Durchfall gehört zu den Dingen, die bei einem neu aufgenommenen Pflegehund relativ schnell auffallen können. Stress und Veränderungen können die Verdauung beeinflussen. Gleichzeitig kommen bei Tierschutzhunden auch andere Ursachen infrage – zum Beispiel Parasiten, Futterumstellungen oder Erkrankungen. Deshalb sollte Durchfall weder sofort dramatisiert noch grundsätzlich als harmlose Eingewöhnungsreaktion abgetan werden.
Was hat sich gerade alles verändert?
Ein Pflegehund kann innerhalb kurzer Zeit mit sehr vielen Veränderungen konfrontiert sein:
- Transport,
- neue Umgebung,
- neue Menschen,
- anderer Tagesablauf,
- eine andere Wasserquelle oder Wasserzusammensetzung,
- neues oder ungewohntes Futter,
- Kontakt zu anderen Tieren,
- und möglicherweise bereits vorher bestehende gesundheitliche Belastungen.
Diese Faktoren können sich auch auf Magen und Darm auswirken.
Welche Informationen solltest du haben?
Frag den Verein möglichst früh:
- Welches Futter hat der Hund bisher bekommen?
- Gab es bereits Durchfall oder andere Verdauungsprobleme?
- Wann wurde der Hund zuletzt entwurmt oder auf Parasiten untersucht?
- Gibt es bekannte Erkrankungen?
- Bekommt er Medikamente?
- Gab es während des Transports Auffälligkeiten?
Solche Informationen helfen bei der weiteren Einordnung.
Beobachten heißt mehr als nur den Kot anschauen
Hilfreich ist zum Beispiel zu beobachten:
- Wie häufig setzt der Hund Kot ab?
- Ist der Kot nur weich oder sehr wässrig?
- Gibt es Blut oder auffälligen Schleim?
- Erbricht der Hund zusätzlich?
- Trinkt er?
- Frisst er?
- Wirkt er munter oder deutlich abgeschlagen?
- Hat er Schmerzen?
- Verändert sich die Situation?
Diese Informationen können für den Verein oder einen Tierarzt wichtig sein.
Hygiene ist besonders wichtig
Bei einem Pflegehund ist zunächst nicht immer bekannt, ob Parasiten oder ansteckende Erkrankungen eine Rolle spielen. Deshalb solltest du Kot möglichst zeitnah entfernen und gerade bei mehreren Tieren im Haushalt auf Hygiene achten. Futter- und Wassernäpfe sollten sauber gehalten werden.
Bei konkretem Parasiten- oder Infektionsverdacht kann eine weitergehende Trennung oder Hygiene notwendig sein. Das sollte individuell mit Verein beziehungsweise Tierarzt abgestimmt werden.
Nicht jeder Durchfall ist gleich dringend
Ein ansonsten munterer Hund mit einmalig weichem Kot ist eine andere Situation als ein Hund mit starkem Durchfall, Erbrechen und deutlicher Mattigkeit. Besondere Aufmerksamkeit brauchen unter anderem:
- sehr junge oder sehr alte Hunde,
- Hunde mit bekannten Vorerkrankungen,
- Tiere mit starkem oder anhaltendem Flüssigkeitsverlust,
- deutliche Schwäche,
- Schmerzen,
- Blut im Kot,
- wiederholtes Erbrechen,
- oder eine deutliche Verschlechterung des Allgemeinzustands.
Pflegestellen Wissen kann keine allgemeine Zeitgrenze nennen, ab der jeder Durchfall tierärztlich behandelt werden muss. Bei anhaltendem blutigem Durchfall, wiederholtem Erbrechen, zunehmender Schwäche, Kreislaufauffälligkeiten oder einer raschen Verschlechterung sollte unverzüglich tierärztlicher Rat eingeholt werden. Wenn möglich, sollte der betreuende Verein parallel informiert werden. Bei anderen Auffälligkeiten oder Unsicherheit sollte frühzeitig Rücksprache mit dem betreuenden Verein und gegebenenfalls einem Tierarzt gehalten werden.
Keine Medikamente auf eigene Faust
Auch scheinbar harmlose Mittel sind nicht automatisch für jeden Hund geeignet.
Gib deshalb keine Medikamente oder anderen Präparate ohne entsprechende Abstimmung.
Das gilt insbesondere dann, wenn der Hund bereits Medikamente bekommt oder Vorerkrankungen bekannt sind.
Durchfall ist unangenehm – aber zunächst eine Beobachtung
Gerade in den ersten Tagen entsteht schnell die Sorge, dass mit dem neuen Pflegehund etwas grundsätzlich nicht stimmt. Durchfall kann viele Ursachen haben. Wichtiger als eine schnelle Vermutung ist deshalb:
beobachten, Informationen sammeln und bei Bedarf rechtzeitig abklären lassen.